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„Shizumon ga arimasuka?“
Taxi fahren, Kellnern, Möbel schleppen? Es geht auch anders. Mit etwas Glück und speziellen Fähigkeiten lassen sich skurrile Studentenjobs auftreiben – neue Erfahrungen und viel Spaß garantiert. Pia Schreiber hat sich für euch umgeschaut.
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Saunameisterin in der Oase
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Während andere sich ausziehen, steht Juliane in voller Montur direkt vor einem glühenden Ofen und wedelt mit Handtüchern oder Zweigen. „Bis zu acht Saunaaufgüsse am Tag. Eigentlich kann man das gar nicht aushalten“, sagt die 23-Jährige. Die Biologie-Studentin jobbt als Saunameisterin in der „Oase Bremen“. Das heißt, sie muss putzen, organisieren, Früchte schneiden und vor allem Aufgüsse machen. Bei einem doppelten Aufguss etwa schöpft Juliane aus mehreren Eimern Wasser mit Honigmelonen-Duft und lässt es langsam direkt auf die zischenden Steine fließen. Nach zehn Minuten ist die erste Runde vorbei. Die Leute strömen an die frische Luft. Juliane ist verschwitzt, doch: „Mir geht es super!“

Für den Job musste sie einen Lehrgang und einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. „Die Leute kippen oft um.“ In nur zwei Jahren hat die Studentin schon 20- mal Erste Hilfe geleistet.
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Scout für japanische Science-Show-Besucher
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Antonia steht vor einer Besuchergruppe in der Hochschule Bremen vor der Tafel, auf die jemand japanische Zeichen gemalt hat und liest vor: „Shizumon ga arimasuka?“, also „Gibt es irgendwelche Fragen?“. Die 20-Jährige studiert „Angewandte Wirtschaftssprachen“ (AWS) mit Schwerpunkt Japanologie. Vor dem Studium verbrachte sie ein Jahr in Japan und lernte die Sprache. Zurück in Deutschland wollte sie Bionik studieren, bekam aber keinen Studienplatz. Jetzt lebt Antonia ihre naturwissenschaftliche Neigung im „Universum Science Centre“ aus. Als Scout betreut sie dort Gäste und veranstaltet „Science Shows“. So erklärt sie dem Publikum, wie ein Flummi springen kann, warum Teebeutel fliegen, wenn sie brennen, wie eine Explosion entsteht oder was Trockeneis mit Seifenblasen macht. „Es macht viel Spaß, es einfach mal ordentlich knallen und kokeln lassen zu dürfen“, ist sie begeistert.

Die wissenschaftlichen Hintergründe für die Shows lernt Scout Antonia von der Physikerin Marion Budde. Die ist für die Ausstellungsentwicklung des Science Centre zuständig. Und auch ihr Japanisch kann die Studentin bei ihrem Job trainieren. Immer wenn Gäste aus Japan da sind, darf Antonia sie betreuen.
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Marktschreier für die
Bürgerpark-Tombola
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Wer Norman mitten in der Bremer Innenstadt, mit einem Mikrofon und einem Bauchladen behangen, das erste Mal erlebt, würde ihn vielleicht als Marktschreier bezeichnen. Doch das hört der 20-jährige Jurastudent gar nicht gern. Losverkäufer klingt da schon besser in seinen Ohren, wobei das nichts daran ändert, dass er laut schreiend durch die Hansestadt läuft. Das macht er schon im vierten Jahr, im Auftrag der Bremer Bürgerpark-Tombola. Ein Los kostet einen Euro. Mit etwas Glück gewinnt man eine Reise oder ein Auto. Auf jeden Fall aber tut man was Gutes für die Bremer Natur, denn der Rest fließt in die Pflege des Bürgerparks. „Auf geht es! Los geht es! Einsatz zeigen für die Natur der Hansestadt!“, brüllt Norman in das Mikrofon. Das hat ihn anfangs ganz schön Überwindung gekostet. Ganz locker nimmt er seinen Job noch immer nicht. Man muss nur auf seine Hände gucken. Er klammert sich ans Mikrofon wie an einen Regenschirm im Sturm.

Ein gutes Training für seinen späteren Beruf als Anwalt? Wohl weniger, meint Norman. Schließlich sei das Sprechen im Gerichtssaal, wo ihn alle angucken, doch etwas anderes, als hier aus der Losbude, in der ihn keiner sieht. Doch immerhin habe er an Selbstbewusstsein gewonnen.
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Sanitäter am Filmset
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Konrad – ja, was ist Konrad eigentlich? Sanitäter? Nein, dann müsste er nicht schauspielern. Schauspieler vielleicht? Aber warum schneidet er Menschen dann die Hosen auf, beschmiert sie mit Blut und hievt sie auf einer Trage in den Krankenwagen? Sagen wir´s einfach: Der 22-Jährige ist Mitarbeiter bei „Sani for Set“. Die Agentur vermittelt gelernte Sanitäter an Film- und Fernsehsets, wie Konrad einer ist. Weil er ursprünglich Arzt werden wollte, hat er nach dem Abitur eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht. Den Arztwunsch hat er längst aufgegeben. Dafür hat der angehende Wirtschaftsingenieur nun einen netten Studentenjob. Der hat mit der Arbeit eines echten Sanitäters zwar wenig gemeinsam, ist dafür aber sehr abwechslungsreich: „Es gibt keine echten Patienten und man macht nur ein paar Bewegungen. Dafür ist jeder Drehtag eine Überraschung. Ich fahre irgendwo hin und habe keine Ahnung, was mich erwartet.“ .

So landete Konrad schon an ungefähr 30 Filmsets, unter anderem beim „Großstadtrevier“ und bei den „Tropencops“. Im Gegensatz zu den Schauspielern bekommt Konrad kein festes Drehbuch, er darf und muss als Rettungssanitäter die Szene sogar mitgestalten: Wie würde die Wunde nach dem Unfall aussehen? Was würde ein Sanitäter in der Situation machen? Welche Medikamente müsste er geben? Da kann es schon mal vorkommen, dass Konrad zu Schere und Schminke greift, um einem Schauspieler eine Verletzung ans Bein zu zaubern. |
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