MONEY, MONEY, MONEY
 


Den richtigen Mix finden

Einen Batzen Geld auf der Bank und sorgenfrei durchs Studium? Schön wärs. Doch im richtigen Leben müssen Studierende ihr Budget mühsam zusammenklauben. Britta Mersch stellt die wichtigsten Geldquellen vor.
 

   
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Infoangebot des Deutschen Studentenwerks
www.studentenwerke.de › › Studienfinanzierung

Portal des Bundesbildungsministeriums zum Thema BAföG
www.das-neue-bafoeg.de

Übersicht über Hochbegabtenförderungswerke
www.stipendiumplus.de

Wissenswertes zu Studienfinanzierung und -gebühren
www.studis-online.de

Steffen Gerth: Schweineteuer?!
Was ein Studium kostet und wie man es clever finanziert.
BW Verlag, € 12,80, ISBN: 978-3-8214-7654-4.

Die Finanzierung eines Studiums erfordert oft viel Koordination und Kreativität: Mit einer einzigen Geldquelle kommt kaum ein Student über die Runden. Tobias Kilens zum Beispiel erhält monatlich rund 250 € von seinen Eltern. Weitere 300 € verdient der Kölner Lehramtsstudent bei seinem Nebenjob an einer Tankstelle. 230 € bezahlt er für die Miete, mit dem Rest muss er sich irgendwie über Wasser halten. „Ich weiß schon jetzt, dass ich mit Schulden in den Beruf starten werde“, sagt der 26-Jährige. Mit seinen Eltern hat er vereinbart, dass er ihnen das Geld nach dem Studium zurückzahlt. Außerdem bekommt er zurzeit einen Studienkredit von 500 € pro Semester, mit dem er die Studiengebühren deckt, die in Nordrhein-Westfalen bereits von den meisten Hochschulen erhoben werden.
Für viele Studenten sind sie eine enorme Belastung. Mehr als 80 € müssen sie im Monat aufbringen. Um die Kosten für Miete, Lebensmittel und Bücher gut decken zu können, benötigen sie nach Schätzungen des Deutschen Studentenwerks rund 770 € pro Monat. Eine Summe, an die nicht jeder herankommt. Viele Studenten liegen mit ihren Monatsbudgets sogar unter dem BAföG-Höchstsatz von 643 €.
 
       
 

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ANSPRUCH AUF BAFÖG WIRD VON
VIELEN STUDIERENDEN NICHT GENUTZT

Um einigermaßen über die Runden zu kommen, wählen viele Studenten einen Mix aus unterschiedlichen Finanzierungsquellen. Ein wichtiger Baustein im studentischen Budget ist dabei das BAföG. „Viele Studenten haben Anspruch auf die staatliche Förderung“, sagt Peter Becker, Leiter des Amtes für Ausbildungsförderung des Kölner Studentenwerks, „aber aus irgendwelchen Gründen verzichten viele auf einen Antrag.“ Dabei hat das BAföG viele Vorteile: Nach dem Studium müssen die Geförderten nur die Hälfte des erhaltenen Geldes zurückzahlen, die andere Hälfte ist ein Darlehen, für das aber – anders als bei Banken – keine Zinsen anfallen. Weiterer Pluspunkt: Die Rückzahlung beginnt erst fünf Jahre nach Ende des Studiums. Teilerlasse gibt es, wenn man das Geld auf einen Schlag zurückzahlt oder ein besonders gutes Examen hingelegt hat. „Insgesamt ein unschlagbar gutes Angebot“, sagt Peter Becker.
Manchmal reicht das BAföG allein aber nicht aus – etwa in Zeiten, in denen viele Prüfungen anfallen. Wenn das Geld kurzfristig knapp wird, haben Studenten die Möglichkeit, einen Studienkredit aufzunehmen oder sich über einen Bildungsfonds (siehe Beitrag) zu finanzieren.

 
  KREDITE NUR ALS ALLERLETZTEN
NOTNAGEL IN ERWÄGUNG ZIEHEN

Zur Finanzierung der Studiengebühren gibt es in vielen Bundesländern sogenannte Studienbeitragsdarlehen, die entweder von einer Landesbank oder der KfW-Förderbank vergeben werden. Je nach Standort liegt die Verzinsung zwischen 5,9 und 7 Prozent und hängt ab vom Beginn und von der Dauer der Rückzahlung und der benötigen Semesterzahl, um das Studium abzuschließen. Für in Not geratene Studierende gibt es zudem die sogenannten Überbrückungs- oder Studienabschlussdarlehen, die von den Studentenwerken oder von studentischen Darlehenskassen vergeben werden. Die Kredite haben günstige Konditionen und sind zum Teil sogar zinslos. Das genaue Angebot und die Förderhöhe variiert auch hier je nach Bundesland. Studenten können sich bei den Studentenwerken beraten lassen. Mit Einführung der Studiengebühren in vielen Bundesländern bieten viele Banken auch Studiendarlehen für Studenten an. Interessierte sollten genau die Konditionen überprüfen und am besten mehrere Angebote einholen. Als gutes Angebot gilt auch hier das der KfW-Förderbank, bei dem Studenten monatlich zwischen 100 und 650 € bekommen können, die zurzeit mit 6,29 Prozent verzinst werden. Die Rückzahlung kann sich über 25 Jahre erstrecken.
Eine Variante, die auf den ersten Blick verlockend klingt. Experten wie Rüdiger Stumpf von der Stiftung Warentest raten aber davon ab, das komplette Studium mit einem Kredit zu finanzieren: „Am besten sollten Studenten vorher planen, was die heißen Phasen des Studiums sind und nur in diesen Zeiten auf einen Studienkredit zurückgreifen.“ Denn so können sie vermeiden, dass sie bis zum Ende des Studiums einen Schuldenberg von mehreren tausend Euro anhäufen, den sie als Berufsanfänger nur schwer bewältigen können.
   
  STIPENDIEN ALS ATTRAKTIVE
GELDQUELLE FRÜHZEITIG SICHERN

Eine sehr attraktive Finanzierungsmöglichkeit bieten die Hochbegabtenförderungswerke. Zu den elf Einrichtungen zählen etwa die Friedrich-Ebert-Stiftung oder das Cusanuswerk. Jedes Förderungswerk hat eine eigene inhaltliche Ausrichtung. Neben den politisch oder konfessionell ausgerichteten Organisationen gibt es etwa die Stiftung der Deutschen Wirtschaft oder die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung. Die Förderungshöhe liegt bei maximal 525 €. Daneben bekommen die Stipendiaten mindestens ein Büchergeld von 80 €. Der große Vorteil: Das Geld ist für die Studenten ein Geschenk. Sie müssen es nach Ende ihres Studiums nicht zurückzahlen und profitieren zudem noch von einem umfangreichen Seminar- und Veranstaltungsprogramm.
Prinzipiell gilt: Bewerben kann sich jeder Student. Alle Stiftungen achten jedoch auf besonders gute Studienleistungen, teilweise werden sogar Gutachten von Professoren gefordert. Engagement in gesellschaftliche Projekte erhöhen die Erfolgschancen. Die Zahl der geförderten Studenten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Studienstiftung des deutschen Volkes vergibt zurzeit etwa Stipendien an 9.000 Studenten und Doktoranden – 2.400 mehr als noch vor zwei Jahren. Neben den großen Organisationen gibt es auch zahlreiche kleine Einrichtungen, die einige Hochschulen oder Studiengänge fördern. Hilfreich für die Recherche ist hier das Netzwerk e-fellows.net. Auf der gleichnamigen Internetseite können Studenten herausfinden, ob für ihren Fachbereich oder ihre Lebenssituation Stipendien-Angebote bereitstehen.