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Sabine Schmidt darf sich glücklich schätzen. Die Betriebswirtschafts-Studentin an der Uni Köln hat mit rund 1.200 € Monatsbudget überdurchschnittlich viel Geld zur Verfügung. Der größte Teil stammt von ihren Eltern, 400 € verdient sie bei ihrem Nebenjob bei einer Bank. Zusätzliche 300 € bezieht sie aus einem Bildungsfonds – eine Finanzierungsquelle, die in Deutschland relativ neu ist.
Vorreiter ist hier die Firma Career Concept, die von Absolventen der privaten European Business School in Oestrich-Winkel gegründet wurde. Die Unternehmensidee vereint die finanziellen Bedürfnisse der Studenten mit den Hoffnungen von Geldanlegern. Unternehmen, Privatpersonen und Stiftungen zahlen Geld in den Fonds ein, das an Studenten verteilt wird. Mittlerweile verfügt die Firma über ein Vermögen von 25 Millionen €, das sie für die Studienförderung bereitstellen kann.
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BIS ZU 30.000 € können die Geförderten während ihres Studiums aus dem Fonds bekommen. Ein Vorteil gegenüber Studienkrediten: Die Rückzahlung ist flexibler gestaltet und hängt vom späteren Einkommen ab. Sie ist auf einen Maximalbetrag begrenzt und kann bei Arbeitslosigkeit, Mutterschutz oder einer Promotion sogar eingefroren werden. Das genaue Modell berücksichtigt die Lebenssituation der einzelnen Studenten: „Wir stimmen mit jedem Studenten ab, wie hoch die monatlichen Zahlungen sein werden und wie lange sie laufen“, sagt Rolf Zipf, einer der Gründer von Career Concept.

WEIL DIE KONSTRUKTION des Fonds jedes Mal unterschiedlich ausfällt, ist es schwierig, eine allgemeine Rechnung aufzustellen. Ein beispielhaftes Modell könnte aber so aussehen: Ein Betriebswirtschafts-Student erhält 36 Monate lang 500 € monatlich, insgesamt also 18.000 €. Im Gegenzug verpflichtet er sich, in den ersten 60 Monaten seines Berufslebens 9,45 Prozent seines Bruttoeinkommens in den Fonds zu zahlen. Verdient der Student 30.000 € pro Jahr, käme er in fünf Jahren auf 14.175 € – was also deutlich unter dem Förderbetrag liegen würde. Bei einem Bruttoeinkommen von 50.000 € zahlt er 23.625 € zurück – also deutlich mehr.
ZUM VERGLEICH: Das Studentendarlehen der KfW-Bankengruppe – von der Stiftung Warentest als einer der günstigsten Anbieter für Studienkredite empfohlen – wird zurzeit mit einem Zinssatz von 6,29 Prozent ausgegeben. Studenten, die drei Jahre lang 500 € bekommen, müssten bei einer Tilgungsphase von 60 Monaten 355 € pro Monat aufbringen, um die 18.000 € zuzüglich der Zinsen, die während der Auszahlungsphase entstanden sind, zurückzuzahlen. Mit Beträgen zwischen 23.500 € und 25.000 € müssen sie in jedem Fall rechnen – egal, wie hoch ihr Einkommen mit dem Berufseinstieg sein wird.
Echter Mehrwert durch Mentorenprogramm
Welche Variante nun besser ist, zeigt sich letztlich erst mit dem Berufseinstieg. Viele Studenten bevorzugen allerdings die Bildungsfonds, weil es neben der finanziellen Förderung auch ein Betreuungsangebot gibt. Der Festo Bildungsfonds zum Beispiel, der Nachwuchsingenieuren bis zu 40.000 € fürs Studium zur Verfügung stellt, bietet als Mehrwert erste Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern an. Sabine Schmidt, die sich über Career Concept teilfinanziert, profitiert vom Mentoring-Programm, bei dem ihr ein erfahrener Betreuer in Fragen zu Karriere und Berufseinstieg zur Seite steht. Daneben hat sie die Möglichkeit, zu Rhetorik-Seminaren oder Bewerbungschecks zu gehen. |
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