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Was schockiert die Studienanfänger in den ersten Wochen am meisten?

Die geballte Informationsfülle ist für viele am Anfang beängstigend. Zu Beginn dieser neuen Lebensphase ändert sich so viel wie noch nie zuvor: Man trifft neue Leute, wird vor neue Herausforderungen gestellt und muss von heute auf morgen selbstständig leben!
Alles ganz neu und verwirrend: Wie schafft man es, sich schnell an der Uni einzugewöhnen?

Soziale Kontakte sind das A und O. Aus fachlicher Sicht sind sie wichtig, da es als Einzelkämpfer an der Uni schwierig ist und aus privater Sicht erleichtern sie das Eingewöhnen in der fremden Umgebung. Besonders leicht können soziale Kontakte bei den Orientierungswochen und Einführungsveranstaltungen der Fachschaften geknüpft werden. Diese bilden eine sinnvolle Mischung aus sozialen und fachlichen Aktivitäten!
Das ist oft leichter gesagt als getan: Gibt es Verhaltensregeln, die das Kennenlernen erleichtern?

Ja, zum Beispiel steht das Lächeln hier ganz oben an. Das mag sich seltsam anhören: Doch mit einem Lächeln baut man sofort Barrieren ab. Ein lachendes Gesicht signalisiert Offenheit für neue Kontakte. Darüber hinaus sollte man alle sich irgendwie bietenden Gelegenheiten zur Kontaktaufnahme nutzen: Das bedeutet, da sein, wo viele Leute sind, die mit mir im selben Boot sitzen, also auf Erstsemesterpartys gehen, regelmäßig bei der Fachschaft und beim AStA vorbeischauen, Tutorien besuchen ... Das Angebot ist vielfältig. Man muss es nur nutzen. Abwarten und Tee trinken ist hier die falsche Strategie.
Und wenn ich schüchtern bin, was dann?

Üben, üben, üben, man muss sich halt überwinden! Zwar sollte ich mir nicht gleich eine Situation aussuchen, vor der es mir graut, aber auch hier bieten die Einführungsveranstaltungen einen guten Rahmen, um Kontakt zuzulassen. Hier hat man ja auch schon ein Gesprächsthema!
Weg von den Eltern: Wie kann dieser Abnabelungsprozess für beide Seiten so schonend wie möglich gestaltet werden?

Eines ist klar: Von selber geht das nicht und leider auch nicht immer reibungslos. Die Abnabelung von zu Hause muss man gestalten. Wenn´s gut geht, verläuft sie kameradschaftlich. Konflikte treten besonders dann auf, wenn Eltern Kontrolle ausüben wollen und alles, was ,ihr Kind‘ tut, bewerten. Eigentlich sollten sie einfach nur Anteil am neuen Lebensabschnitt nehmen. Als Betroffener muss man lernen, hier klare Grenzen zu ziehen und sich in kleinen, nicht radikalen Schritten vom Elternhaus zu lösen!
Die sozialen Beziehungen in der Heimat lösen sich bei einigen Studierenden auf. Wie kann man dem entgegenwirken, ohne die Integration in das neue Leben zu verpassen?

Hier heißt es vor allem, Prioritäten zu setzen. Man sollte die Leute auswählen, mit denen man weiterhin befreundet sein möchte und diese Beziehungen pflegen. Hierbei zählt Qualität statt Quantität. Nicht die Häufigkeit der Treffen ist ausschlaggebend, sondern die emotionale Nähe zwischen den Freunden. Es ist nun einmal so im Leben, dass sich viele soziale Bindungen wieder auflösen.
Nicht jeder gibt es gern zu. Doch am Anfang steht bei vielen das Heimweh. Was kann man dagegen tun?

Da muss man einfach durch! Man sollte sich jedoch bewusst machen, dass das Zuhause nicht weg ist, in den Semesterferien kann man ja wieder da sein. Allerdings ist es nicht ratsam, jedes Wochenende nach Hause zu fahren. Denn dann kann man kein Heimatgefühl gegenüber dem Studienort entwickeln und das ist nun mal wichtig, um sich dort wohl zu fühlen und klarzukommen.
Interview: Carina Kamps und Carla Quick |
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