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Der
Beipackzettel für die Uni

Zur Vermeidung von Risiken und Nebenwirkungen wendet euch bitte an unser Hochschul-Glossar. Von Stefan Rippler

 
 

AStA: Abkürzung für den „Allgemeinen Studierendenausschuss“. In einigen Ländern auch StuRa, also StudentInnen-Rat genannt. Er vertritt studentische Interessen für die gesamte Studentenschaft einer Uni. Er berät in allen Studienbelangen, organisiert Kulturveranstaltungen und ab und zu auch Demonstrationen.

Aushang: Wichtige Informationen zum Studienablauf, zu Räumen, Terminen, Noten oder Prüfungen werden per Aushang mitgeteilt. Häufiger Platz für Aushänge: das Schwarze Brett in der Fakultät oder die Tür zum Sprechzimmer des Hochschullehrers (Professors).

BAföG: Diese Abkürzung ist ausgeschrieben ein anstrengendes Wort: Bundesausbildungsförderungsgesetz. Doch dahinter steckt etwas Nützliches: eine monatliche staatliche Finanzspritze für Studenten, die nicht im Geld schwimmen und keine wohl verdienenden Eltern haben. Sie wird üblicherweise über die gesamte Regelstudienzeit bewilligt. Der Höchstsatz beträgt 585 Euro. Nach dem Studium muss die Hälfte des Geldes zurückgezahlt werden.

Belegbogen: Auf dem Belegbogen trägt jeder Studierende alle Seminare und Übungen ein, die er besucht hat. Am Ende des Semesters heftet er diesen Belegbogen in das Studienbuch ein, das er zum Abschluss des Grund- und Hauptstudiums beim Prüfungsamt vorzeigen muss.

Brückenkurs: Kurs, der sich vor allem an Studienanfänger richtet. Hier soll fehlendes Wissen (zum Beispiel mathematische Kenntnisse fürs Maschinenbaustudium) vermittelt werden, um den Studienerfolg zu garantieren.

Campus: So wird das gesamte Gelände der Universität genannt. Spricht man von einer „Campus-Uni“, sind alle Hochschulgebäude auf einem Gelände und nicht über die gesamte Stadt verteilt.

Cum tempore: Kurz c.t. An der Universität beginnen Lehrveranstaltungen oft eine Viertelstunde später. In diesem Fall steht die Abkürzung „c.t.“ hinter der Uhrzeit im Vorlesungsverzeichnis.

Dekan: Leiter der Fakultät oder des Fachbereichs. Er oder sie wird aus der Mitte der Professoren der einzelnen Fachbereiche gewählt, meist für ein bis zwei Jahre.

Dekanat: Das Dekanat ist die Verwaltungsstelle einer Fakultät. Sie ist zum Beispiel zuständig für die Anerkennung von Studienleistungen, die an anderen Hochschulen erworben wurden.

Exmatrikulation: Abmeldung von der Hochschule. Fällt an, wenn das Studium abgeschlossen ist, man nach zwei Semestern im Lotto gewonnen hat oder wenn man vergessen hat, den Semesterbeitrag zu zahlen. Sollte Letzteres passiert sein, hilft nur ein Sprint zum Studentensekretariat.

Fachschaft: Das ist so etwas wie eine Schülermitverantwortung auf Uni-Ebene. Auf durchgesessenen Ledersofas geben die von euch gewählten Fachschaftsvertreter Studenten Rat bei Problemen im Studienalltag. Wer sich geschickt anstellt, erfährt hier auch etwas über die Qualität der Profs und ihrer Veranstaltungen.

Grundstudium: Trockenbrot der Studienzeit, fachlich gesehen. Das Studium bis zum Vordiplom oder der Zwischenprüfung – meist die ersten vier Semester. Hier lernt man die elementaren wissenschaftlichen Techniken und die Grundlagen des Fachs.

Handapparat: Das sind Bücher, die für bestimmte Kurse oder Seminare in der Bibliothek bereitgestellt werden. Ihre Auswahl wird vom Hochschullehrer (Professor) vorgenommen. Ihre Lektüre ist unbedingt empfehlenswert, da sie wichtiges Basiswissen für das Studium und spätere Prüfungen vermitteln.

Hauptstudium: Zeit nach Zwischenprüfung und vor Studienabschluss. Hier werden die erlernten Techniken angewandt und verfeinert sowie eventuell fachliche Schwerpunkte gebildet. Dauert meist vier bis fünf Semester.

Hausarbeit: Studierende müssen im Verlauf ihres Studiums mehrere schriftliche Arbeiten (Hausarbeiten) anfertigen. Das Thema müssen sie vorher mit ihrem Hochschullehrer oder Dozenten absprechen.

Hochschulsport: Damit während des Studiums nicht nur der Geist, sondern auch der Körper trainiert wird, bieten Hochschulen den Studierenden und Mitarbeitern die Möglichkeit, unter professioneller Anleitung Sport zu betreiben. Dieses Angebot ist nicht immer kostenlos, beschränkt sich dann aber auf ein paar Euro im Semester.

Immatrikulation: Einschreibung an der Hochschule. Unbedingt Abiturzeugnis, Personalausweis, Zulassungsbescheid und die Krankenkassen-Bescheinigung mitbringen. Unser Tipp: Eine Brotzeit und ein gutes Buch mitbringen, da es manchmal etwas länger dauern kann.

Kommilitone: Der akademische Begriff für eure lieben Studienkollegen.

Leistungspunkte (LP): Auch Credit Points (CP) genannt. Studierst du in einem Bachelor- oder Masterstudiengang, bekommst du für jede Studienleistung nicht nur eine Note, sondern auch Punkte, die nach dem für Europa einheitlichen ECTS-Standard („European Credit Transfer and Accumulation System“) vergeben werden. Sie spiegeln den Arbeitsaufwand wider, den die Lehrveranstaltung mit sich bringt. Ein Leistungspunkt entspricht genau 30 Arbeitsstunden. Pro Semester solltest du etwa 30 Leistungspunkte sammeln.

Matrikelnummer: Jeder Studierende erhält bei der Einschreibung (Immatrikulation) eine Matrikelnummer. Sie steht auf dem Studentenausweis und muss bei allen Vorgängen mit der Hochschulverwaltung angegeben werden.

  Mensa: Das ist die Futterstätte für Studenten. Euphemistisch: das Uni-Restaurant. Formfilets, Currywurst „mit ohne Curry“, Schnitzel und Nudeln sind klassische Studentengerichte. Die Preise schonen den Geldbeutel, weil der Staat hier mitfinanziert. Nach Aussagen von Stammbesuchern macht das den Geschmack aber nicht besser.

OPAC: Das „Wissenschafts-Google“. Diese Abkürzung bedeutet ausgeschrieben „Online Public Access Catalogue“ und beschreibt den Online-Zugang zur Recherche und Reservierung von Büchern in Bibliotheken. Der Umgang mit dem Web-Werkzeug ist schnell erlernt. Die meisten Bibliotheken bieten Einführungen an, vor allem zu Semesterbeginn.

Proseminar: Seminar im Grundstudium. Es führt Studienanfänger in grundlegende Problemstellungen und Lösungsansätze ihres Fachs ein. Zudem vermittelt es die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens.

Prüfungsordnung: Die Prüfungsordnung regelt den Ablauf eines Studiums und die dazugehörigen Prüfungen. Sie legt Termine, Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung sowie Prüfungsleistungen fest. Sollte man frühzeitig durchlesen.

Rückmeldung: Wichtig – ist jedes Semester erforderlich, wenn man weiterstudieren will. Daran geknüpft ist die Zahlung des Semesterbeitrages. Beachtet man die Frist nicht, kann es passieren, dass man exmatrikuliert wird.

Schein: Auch Leistungsnachweis genannt. Es gibt sie ab und zu für die bloße Anwesenheit, so genannte Sitzscheine, meist aber für Hausarbeit, Klausur oder Referat. Und manchmal auch für alles drei auf einmal.

Semesterbeitrag: Pro Semester müssen die Studierenden festgelegte Semesterbeiträge an die Hochschule bezahlen. Damit werden Aktivitäten der Hochschulverwaltung, des Studentenwerks oder des AStA bezahlt. Semesterbeiträge sind also nicht identisch mit Studiengebühren. Ihre Höhe liegt je nach Hochschule zwischen 50 und 220 Euro pro Semester.

Seminar: Kern des Studiums. Hier wird in kleinerem Kreise gelernt, gearbeitet und manchmal sogar geforscht. Der Kontakt zum Prof kann hier sehr viel intensiver werden.

Sine tempore: Kurz s.t. Es bedeutet, dass die Veranstaltung zu genau dem Zeitpunkt beginnt wie angekündigt.

Studentenausweis: Er bescheinigt durch einen aktuellen Stempel oder Aufkleber den Status als Student. Bei Prüfungen oder der Nutzung einiger Uni-Einrichtungen wie der Mensa oder der Bibliothek muss man ihn vorlegen. Praktisch: Gibt es in eurer Studentenstadt ein Semesterticket, gilt der Studentenausweis oft gleichzeitig als Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr.

Studentenwerk: Kümmert sich um die soziale Betreuung und Förderung der Studenten einer Hochschule. Betreibt beispielsweise die Mensa, Wohnheime, das BAföG-Amt, meist eine Zimmer- und Wohnungsvermittlung, teilweise auch psychotherapeutische Beratungsstellen. Die bundesweit 61 Studentenwerke sind unter einem Dachverband, dem Deutschen Studentenwerk (DSW), zusammengefasst.

Studienbuch: Das Studienbuch wird bei der Immatrikulation (Einschreibung) ausgestellt. Dort muss der Studierende sämtliche Studienunterlagen (wie Studienbescheinigungen und Scheine) sorgfältig bis zur Exmatrikulation (Abmeldung) dokumentieren. Das Studienbuch muss bei jeder Prüfungsanmeldung vorgelegt werden.

Studienordnung: Sie regelt Aufbau, Inhalt und Umfang eines Studiengangs. Sie enthält alle wichtigen Informationen über Zulassungsvoraussetzungen, Fristen, Anrechnung und Anerkennung von Qualifikationen. Wer sie kennt, kann sein Studium besser planen.

SWS: Semesterwochenstunden. Das sind Unterrichtsstunden, die pro Woche im Semester besucht werden. Die Mindestzahl und Richtwerte stehen in der Studienordnung. Hält man sich daran, kann man das Studium in der Regelstudienzeit abschließen. Eine Semesterwochenstunde dauert 45 Minuten, im Allgemeinen werden immer zwei pro Veranstaltung veranschlagt.

Tutorium: Ein Tutorium wird parallel zu einer Vorlesung oder einem Seminar angeboten. Dort können Studierende unter Anleitung eines Tutors ihre Kenntnisse vertiefen oder sich auf Klausuren vorbereiten. Unbedingt dran teilnehmen.

Übung: Das ist eine Lehrveranstaltung, bei der wissenschaftliche Methoden aus Seminaren und Vorlesungen unter der Anleitung von Assistenten praktisch angewendet werden.

Universitätsbibliothek: Kurz „Biblo“ oder „UB“. Macht Bücher und Zeitschriften allen Studenten zugänglich. Das heißt noch lange nicht, dass man dort immer fündig wird. Oft fehlt genau das Buch, das einen interessiert: Es ist entweder verschollen, in einem anderen Regal als im Verzeichnis angegeben oder bereits ausgeliehen.

Vorlesung: Eine Lehrveranstaltung, bei der der Professor vorne steht – die Studenten hören zu. Das kann spannend und interessant sein, wenn der Professor ein Alleinunterhalter ist und die Materie gut darstellen kann. Andernfalls kann eine Vorlesung Schwerstarbeit sein – mitschreiben, mitschreiben, mitschreiben …

Vorlesungsverzeichnis: Das ist ein Register aller Veranstaltungen. Kenner verzichten auf den schweren Wälzer, der alle Veranstaltungen der Uni fasst. Besser, man holt sich die Zusammenstellung des eigenen Fachbereichs. Oder man geht ins Internet: Meist gibt es dort eine digitale Version des Vorlesungsverzeichnisses.